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Achtergrond

Amsterdam braucht einen neuen Bürgermeister

Femke Halsema ist die aussichtsreichste Kandidatin

Amsterdam sieht sich selbst gerne als Weltstadt. Dabei ist es mit knapp eine Million Einwohner im Vergleich mit Städten wie Paris, Londen, Berlin, New York und Tokio nur ein Dorf. Aber ihr internationales Flair, multikulturelle Zusammensetzung der Bevölkerung und hochkarätige Vergangenheit verleihen es immerhin einen gewissen Grandeur um welchen manche grössere Stadt es nur beneiden kann.

Der Immobilienmarkt in Amsterdam ist völlig vergiftet

Im “goldenen Jahrhundert” war Amsterdam die mächtigste und reichste Stadt der Welt, wie vor ihr Rom und Venedig es mal waren. Die Schifffahrt bescherte Holland einen gewaltigen Reichtum. Die weltberühmte “Grachten” mit den charakteristischen Herrenhäusern wurden in dieser Zeit gebaut. Bis zum heutigen Tag verkörpern sie die Tüchtigkeit und Handelsgeist der Holländer. Rasantes Wachstum Bei den Touristen ist Amsterdam sowieso äusserst beliebt. Es bietet etwas für jedenmann: der Backpacker kann à volonté Cannabis rauchen, das er straffrei in vielen sogenannten “Coffeeshops” erstehen kann, der Kunstliebhaber kann sich an den wunderschönen Gemälden im Reichsmuseum oder im Van Gogh-Museum ergötzen.

Zwischen 2005 und 2016 zeigte die Besucherzahl rasantes Wachstum: die Anzahl stieg von 11 auf 18 Millionen Besucher jährlich. Dass die Hauptstadt der Niederlanden bis jetzt von terroristischen Anschlägen verschont blieb, wird dazu sicher beigetragen haben. Der Immobilienmarkt in Amsterdam ist, wie in den meisten Grossstädten, völlig vergiftet. Weil jedermann im beliebten Amsterdam wohnen möchte, sind die Preise höllisch: nur die sehr gut Betuchten können sich ein Anwesen in der Stadt leisten, was von der linken Stadtregierung beantwortet wird mit sozialem Wohnungbau. Die Bevökerung ist somit zweigeteilt in reich und “arm”: die Mittelschicht wohnt woanders. Politisch gesehen war Amsterdam schon immer, wie Berlin auch, eine “rote” Stadt. Ein beliebter Witz ist, dass die Sozialisten der niederländischen Arbeiterpartei die Stadt länger regiert haben als die Kommunisten in der Sowjetunion. Vor vier Jahren war Schluss damit: nach herben Verlusten schied die Arbeiterpartei aus der Stadtregierung aus.

Die Grünen

Seit 2010 war Eberhard van der Laan Bürgermeister der Stadt. Er starb im Oktober 2017, der Lungenkrebs raffte sein Leben in knapp zwei Jahren dahin. Die Stadt wird jetzt interimistisch verwaltet von Jozias van Aartsen, der ehemaliger Aussenminister war über Jahre der Bürgermeister vom Regierungssitz Den Haag und eigentlich schon pensioniert. Jetzt wird Tempo gemacht mit der eigentlichen Nachfolge.

Die Niederlande sind das einzige Land in Europa wo die Bevölkerung nicht den eigenen Bürgermeister wählen darf: er wird vom Staatsoberhaupt ernnant. Aber der Gemeinderat kann eine Vorwahl machen und das Ergebnis dem Innenminister unterbreiten.

Seit den Wahlen vom März 2018 haben die Grünen die Nase vorn: mit zehn Mitgliedern stellen sie die grösste Fraktion im 45-köpfigen Gemeinderat. Neu ist, dass die muslimische Partei DENK und das “Forum voor Democratie” Abgeordneten stellen, sie vertreten die Flanken der Wähler.

Als aussichtsreichste Kandidatin wird jetzt Femke Halsema gehandelt: sie war langjähriger Fraktionsvorsitzende der Grünen im Parlament. Als er ihr 2010 nicht gelang die Grünen in die Landesregierung zu führen, schied sie aus der Volksvertretung aus. Der Job als Bügermeister von Amsterdam wäre für sie ein gelungenes politisches Comeback.

 
 
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